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Vortrag “Beziehung und Sexualität” gehalten am Sa. 10.3.2007 um 14:45 Uhr auf dem Gesundheitskongress “MännerLeben”
Inhalt: Sexualität heilsam zu erleben, heisst tiefe Verbundenheit mit sich Selbst spüren, sich Selbst ganz wahrnehmen, nichts tun müssen, im Fluss der Liebe sich treiben lassen, Stille und Zärtlichkeit, lustvolle Sexualität geschehen lassen, zeitlos und ohne Ziel. Wie können wir wieder Sexualität erleben, die uns heilt und nährt. Wie können wir diesen ekstatischen und zeitlosen Raum kennenzulernen. Es ist immer ein Geschenk, wenn die Begegnung auf allen Ebenen stattfindet, wenn sich Sex, Herz und Bewusstsein von zwei Menschen vereinen. Die Zeit steht still. Es gibt nichts mehr zu tun und Du musst nirgendwo hinkommen. In der Sexualität können wir unseren tiefsten Verletzungen und Sehnsüchten begegnen und wir können in der Sexualität Heilung finden, wenn wir uns unserer Verletzlichkeit stellen. Weitere Infos zum Gesundheitskongress “MännerLeben” unter: www.maennerleben.com
Auszug aus dem Vortrag „Beziehung und Sexualität“
1. Warum „Beziehung und Sexualität“?
- Die Kraft der Sexualität
Die Sexualität ist eine der stärksten Kräfte der menschlichen Natur, weil sie das Überleben der menschlichen Spezies sichern soll. Jahrtausendelange Konditionierung und Beschämung der Sexualität (Beschränkung durch Staat, Kirche, Schulen, Elternhaus, usw.) haben erreicht, dass wir diese Kraft in unserem Körper immer mehr unbewusst kontrollieren. Wir haben es geschafft, weitgehend völlig asexuell zu leben und finden es fast normal und völlig in Ordnung, die sexuelle Energie ins Schlafzimmer wegzusperren. Dass es dann natürlich schwierig ist, nach so viel Unterdrückung und Vermeidung, im Schlafzimmer über Sex zu reden, ist eine logische Konsequenz daraus.
- Warum Heilung durch die Kraft der Sexualität
Wenn wir uns um die Kraft der Sexualität wieder mehr kümmern, das heißt, dass wir der sexuellen Energie wieder mehr Raum in unserem gesamten Leben einräumen, werden wir mit allen den inneren Begrenzungen und unserer Verletzlichkeit in Kontakt kommen.
- Heilung durch die lebendige Energie der Sexualität
Alle Untersuchungen in diesem Bereich haben ergeben, dass eine gelebte und erfüllende Sexualität ganz erheblich zum Wohlbefinden beiträgt, den eigenen Selbstwert steigert und zu einem entspannten und glücklichem Leben ganz wesentlich beiträgt. Wie viel Lebensfreude entsteht durch eine Erweiterung der gelebten Sexualität und Sinnlichkeit, erfahren wir immer wieder in allen tantrischen Seminaren, wo sinnliche Berührungen und sexuelle Lust ganz tief und neu erfahren werden. Die Teilnehmer spüren ihren Körper und ihre Lust ganz neu und öffnen ihr Herz und zeigen sich verletzlich.
- Heilung durch Auflösung von Scham
Wir kommen in der Sexualität ganz direkt mit unserer Scham in Kontakt. Die Scham ist auch in unserem übrigen Leben von ganz zentraler Bedeutung. Sich der Scham zu stellen, sie auszusprechen und zu fühlen, sind zentrale Werkzeuge um ihr die Macht über uns zu nehmen. Die Scham in der Sexualität zu verändern wird sich auch auf die Scham im Alltag auswirken.
- Heilung durch Bewusstwerdung und Abschwächung alter Verhaltensmuster
In der gelebten Sexualität erleben wir unsere alten Schutzprogramme und haben die Chance, in diesem intimen Raum, diese alten Muster anzuschauen, sie zu fühlen und sie aufzuweichen und aufzulösen.
- Heilung durch die nährende Energie von Berührungen
Da Sexualität immer mit Berührungen verbunden ist, spüren wir in der Sexualität die heilende Kraft der Berührungen.
- Berührung macht glücklich
Berührung kann die Ausschüttung von Glückshormonen anregen. Die Folgen sind ein allgemeines Wohlbefinden und eine Harmonisierung der gesamten Körperfunktionen. Das vegetative Nervensystem wird beruhigt und Spannungen werden abgebaut. Dies bewirkt eine spürbare Beruhigung und Erholung von Körper, Geist und Seele. Eine körperliche Berührung, eine Umarmung, tröstet uns, kann uns Ängste nehmen und neuen Optimismus schenken. Menschen die regelmäßig kuscheln sind friedvoller, ausgeglichener und zufriedener.
2. Was hindert uns daran, eine erfüllende Sexualität zu leben?
- Wir wissen nicht, wie man eine erfüllende Sexualität lebt
Das klingt fast lächerlich. Seit wann muss man Sex lernen. Das klingt ja fast so wie Essen lernen. Wenn nicht all die Dinge wären, die ich gleich noch aufzählen werde, wäre es sehr viel leichter unseren natürlichen Instinkten zu vertrauen und eine lustvolle Sexualität zu entdecken. In anderen Kulturen gibt es Initiationsriten zur Sexualität, dort werden die Jungen und Mädchen von den Männern und Frauen in die Sexualität eingeführt. Diese Verantwortung haben wir in unserer Kultur inzwischen weitgehend vollständig an die Schule und die Medien abgegeben. Wir froh die meisten von uns darüber sind, so nicht mit der eigenen Scham in Kontakt zu kommen. Wir haben also nie gezeigt bekommen, wie man eine erfüllende Sexualität lebt. Es hat uns niemand gezeigt. Die Eltern sowieso nicht. Die wissen es ja selber nicht und sind meist so voller Scham, dass es für die unmöglich wäre, es uns zu zeigen. Die Schule bringt uns das leider auch nicht wirklich bei (etwas Anatomie ja, und dann ...). Also bleiben da nur die Medien: Bücher, Zeitschriften, Fernsehen und Videos. Und das was einem da vermittelt wird, ist nicht wirklich brauchbar und meistens eine mittlere Katastrophe. Und zudem hindert uns die Scham, dass wir uns mit der wenigen halbwegs brauchbaren Material zu beschäftigen.
- Einschränkung durch die eigene sexuelle Geschichte, Missbrauch, Traumata
Jeder von uns hat beim Thema „Sexualität“ seine ganz persönliche Geschichte. Meist war Sexualität schlichtweg einfach nicht vorhanden. Vater und Mutter zeigten sich weder nackt noch dass über Sexualität geredet wurde. Berührungen waren spärlich oder gar nicht vorhanden. Die Aufklärung erfolgt durch die Schule oder durch die Medien. Wenn dann noch Missbrauchssituationen, mit entsprechenden Warnungen darüber zu reden, dazu kamen, war klar, dass man über Sexualität nicht spricht. Sexualität ist etwas, das nur im Schlafzimmer stattfindet und das im alltäglichem Leben nichts verloren hat. Eine bewusste Auseinandersetzung mit der eigenen Sexualität vermeiden wir oft, um nicht den alten emotionalen Schmerz zu fühlen.
- Rückzug aus der Sexualität wegen Stress in der Beziehung (Co-Abhängigkeit)
Um nicht in Kontakt mit dem emotionalen Schmerz alter Traumata zukommen, haben wir Schutzmechanismen und Verhaltensmuster entwickelt, die uns vor diesem Schmerz schützen sollen. Zugleich erschaffen wir uns aber unbewusst Situationen, die uns genau damit in Kontakt bringen sollen. Meist suchen wir uns unbewusst Partner, die uns in Kontakt mit unseren alten Wunden bringen. Das Ergebnis ist meist ein mehr oder weniger schwerer Konflikt mit Rückzug und Distanz. Mit dieser emotionalen Distanz ist aber für viele Sexualität nicht mehr vorstellbar. Man zieht sich nicht nur emotional zurück, sondern auch körperlich und sexuell.
- Scham und Beschämung in der Sexualität in der Beziehung
Dass eine erfüllende Sexualität wesentlichen Anteil an einer langfristigen Paar-Beziehung hat, ist inzwischen unbestritten und doch haben es viele Paare aufgegeben, der eigenen Sexualität mehr Raum zu geben. Man arrangiert sich, schaut dass man das Notwendigste bekommt und den Rest verkneift man sich. Es ist unglaublich, wie viel Energie man aufwendet, um die sexuelle Energie zu unterdrücken, manchmal so viel, dass der Körper mit Krankheit und Depression reagiert. Hinzu kommt, dass in Beziehungsdramen die sexuelle Beschämung ihre Fortsetzung findet: „Du willst zuviel, bei Dir stimmt doch etwas nicht, usw.“
- Über Sex zu sprechen ist äußerst schwierig und für viele fast unmöglich
Es macht relativ wenig Sinn den Ratschlag zu geben: „Redet mehr über Sexualität“. Wer es nicht kann, kann es auch mit diesem Ratschlag nicht. Den meisten von uns wurde nie beigebracht über Sexualität zu sprechen und das Thema ist mit soviel Scham besetzt, dass es für viele schlichtweg unmöglich ist, darüber zu reden.
- Einschränkung durch eigene Glaubenssätze („Innere Kritiker und Richter“)
Ein weiteres umfangreiches Regelwerk tragen wir in uns. Eine der stärksten kontrollierenden Kräfte in uns, ist der „Innere Kritiker und Richter“. Er sagt uns ständig was wir zu tun haben, wie wir uns verhalten sollen und was wir vor allen Dingen nicht tun sollen. Diese Kraft wirkt zum Teil ganz unbewusst, so dass wir, ohne dass wir es bewusst wahrnehmen, uns angepasst verhalten. Auf der anderen Seite meldet sich der „Innere Kritiker“ ganz lautstark zu Wort, um uns wieder auf den „richtigen Weg“ zu bringen. Diese „innere Kritiker“ hat früher eine wichtige Aufgabe in unserer Entwicklung gehabt, indem er uns Orientierung gegeben hat, wie man sich in der Welt da draußen verhält, um sicher zu sein und um geliebt zu werden. Dieser „Innere Kritiker“ kann aber als Erwachsene so stark werden, dass ein freies kreatives Leben kaum mehr möglich ist.
- Einschränkung durch gesellschaftliche Normen
Viele gesellschaftliche Normen und Verhaltensregeln schränken unsere sexuellen Energien ein. Wir haben im Laufe unseres Lebens viele Regeln gelernt, wie man sich anständig benimmt und stellen dieses Regeln gar nicht mehr bewusst in Frage. Wir halten uns ganz unbewusst an alle diese Regeln, wir glauben sie und sie sind für uns einfach wahr und richtig. Dass diese Regeln unseren natürlichen sexuellen Energien widersprechen und wir uns unbewusst anstrengen müssen uns nach diesen Regeln zu richten, bekommen wir meist erst mit, wenn wir krank werden oder wir einfach keine Kraft mehr haben, diese Regeln einzuhalten.
3. Welche Wege führen zu einer erfüllenden Sexualität? Welche Wege zu einer erfüllenderen Sexualität führen sind in den Projektunterlagen enthalten.
Projekt “Beziehung und Sexualität” Aufgrund unserer Erfahrungen in den zahlreichen Paar-Seminaren zum Thema „Sexualität“ und den Erfahrungen des „Paar-Jahrestrainings“ wollen wir in einem Projekt Wege aufzeigen, welche die Paare aus ihrer sexuellen Begrenztheit herausführen und die gemeinsame Sexualität zu einer nährenden Oase der Beziehung wird.
- Das Ziel des Projektes “BezeihuBeziehung und Sexualität” ist es zulernen, zu einer wirklich freien, nährenden, heilenden und erfüllenden Sexualität zu kommen.
- In ganz konkreten Übungen wollen wir in allen oben dargestellten Bereichen Veränderungen auf den Weg bringen und der heilenden Kraft der Sexualität immer mehr Raum geben. Und so soll die sexuelle Lebensenergie mehr und mehr ins fließen kommen, durch Auflösung der inneren Begrenzungen und durch das Erleben der sexuellen Kraft und Freude
Infos zum Projekt “Beziehung und Sexualität”
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