Gästebuch
Liebe Männer der Runde, die jetzt (ein wenig mehr) im Frieden mit sich und Ihren Vätern ist.
Es ist jetzt eine Woche her und ich habe in den letzten zwei Tagen so viel geweint wie die ganzen letzten 40 Jahre zusammen nicht.
(Na ja, die beiden absolvierten Männer-Seminarmodule sollte man vielleicht abziehen)
Die Trauer um meinen Vater, die ich im Seminar erstmals richtig gespürt habe, ist das nicht. Die hat sich noch beim Seminar gut gelöst. Wenn sie nochmal wiederkommt, dann ist das in Ordnung.
Etwas ganz anderes ist passiert. Ich habe etwas geöffnet. (Oder es hat sich etwas geöffnet). Empfindungen stürzen auf mich ein, die ich so nicht kannte.
Alle meine Beziehungen erscheinen mir plötzlich in einem anderen Licht. Für Menschen, die mir eigentlich nahestehen müssten, denen ich aber jahrelang oberflächlich begegnet bin, empfinde ich plötzlich Liebe wenn ich an sie denke. Ich kann auf einmal erkennen, durch die sich öffnende Schicht hindurchscheinend, was ich in Beziehungen, auch in meiner Paarbeziehung, falsch gemacht habe, und was ich nicht mehr zulassen möchte, Muster, die ich jahrelang gelebt habe. Man könnte sagen, ich bekomme erstmals einen Eindruck, was es heißt, meine Grenzen zu spüren.
Ich konnte als „typischer Mann“ mit dem Begriff „herzoffen“ nie was anfangen.
Doch gerade bricht es durch diese Öffnung auf mich herein. Mit aller Wucht und Verletzlichkeit, wunderschön…
Danke Männer, Danke Christian und Michael.
p.S.Ich bin immer noch Realist. Es wird sich wieder schließen mit der Zeit und mit dem Alltag… und ich werde es wieder öffnen. Und jedes Mal ein Stück weiter und es ein Stück länger offen halten, und es wird sich etwas weniger weit schließen, und irgendwann....Es gibt kein Zurück. How.
