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Michael Michael schrieb am 2. August 2006 um 13:19
Erfahrungsbericht des Seminars "Das Leben feiern mit allen Sinnen" im Juli 2006 in der Toskana: Ich hatte vor diesem Seminar keine Erfahrung mit Tantra. War am 1. Tag sehr nervös und kannte niemanden. Mein Verstand, der sich während des Seminars als mein Freund und gleichzeitig schlimmster Feind offenbarte, riet mir: Flieh, solange du noch kannst; bevor sie dir die Kleider vom Leib reissen und über dich herfallen. Diese Angst verging dann schnell beim smalltalk mit den anderen Teilnehmern. Voller Staunen registrierte der Skeptiker in mir, dass das ganz normale und sehr freundliche Menschen sind. Das Seminar mit seinen Meditationen, Ritualen und Gesprächsrunden (ganz wichtig fürs Feedback!) fand von morgens 8.00 Uhr bis abends 23.00 Uhr statt. Ich wachte jeden Morgen durch die in mir ablaufenden Prozesse und durch die starke Energie dieses Ortes um Punkt 6.00 Uhr auf und konnte nicht mehr schlafen. Da ich erst gegen 2.00 Uhr wegen der intensiven Einzelgespräche ins Bett kam, schlief ich jede Nacht nur 4 Stunden. Trotzdem war ich während des Seminars voller Energie und bin erst zu Hause zusammengeklappt. Im Pool des Seminarhauses habe ich mich in eine der Teilnehmerinnen verliebt und wusste zuerst nicht wohin mit meinen vielen Gefühlen. Als ich sie dann noch in den Armen eines anderen Teilnehmers sah, kam auch noch Eifersucht hinzu. Dem Emotionschaos konnte ich nur durch Offenheit in der Gesprächsrunde begegnen. Dadurch wurde die Blockade gelöst und der Prozess konnte in mir arbeiten. Festhalten, loslassen, festhalten, loslassen....Ich empfand die Seminarleitung (Peter und Hannelore mit Assistentin Helga) als sehr achtsam, mitfühlend, kompetent und vor allem voller Humor! Neben den manchmal auch schmerzhaften Prozessen hat das Seminar ganz einfach auch einen riessigen Spass gemacht. Es gab auch Teilnehmer, die einfach nur anwesend waren und nicht so viel Energie in die Prozesse der Selbsterfahrung legten. Das war auch in Ondnung, niemand wurde zu etwas gezwungen, niemand wurde missioniert, all is welcome here! Es war einfach wunderbar, diesen so verschiedenen Menschen an diesem besonderen Ort zu begegnen. Mittlerweile legte ich dann auch immer mehr meine Scham ab, so dass die Nacktheit irgendwann nicht mehr mit dem Gefühl der Verletzbarkeit einherging. Sie war zu einer Natürlichkeit geworden, nicht nur wegen der hohen Temperaturen. Die Rituale empfand ich als sehr liebevoll, respektvoll, sinnlich und voller Erotik. Man konnte sich zu jeder Zeit zurücknehmen und den Raum verlassen, wenn es einem zu viel wurde. Falls nach 23.00 Uhr immer noch Tatendrang und Lust vorhanden waren, war es möglich,sich in den grossen und leeren Seminarraum mit seiner Liebsten zurückzuziehen und ein kleines, privates Fest der Sinne zu feiern, so wie es mir in einer Nacht mit einem Engel vergönnt war. Dem Tanzen, das für mich privat eine grosse Rolle spielt, wurde auf wunderbare Weise viel Raum gegeben. Ich konnte im Tanz immer mehr loslassen und mich immer mehr der Musik und dem Rythmus hingeben. Für dieses Seminar spüre ich eine grosse Dankbarkeit in mir und kann "Bewusster leben und lieben" nur empfehlen.
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