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Heike Heike schrieb am 15. Juli 2007 um 10:28
Capannacce und danach ... Lieber Dieter, Freund im Herzen, schön, das hier so von Dir zu lesen, schön dass Du mit dabei warst auf Capannacce und schön Dich und alle anderen dort erleben zu dürfen ... Lieber Peter, wie immer bin ich zu deinem Seminar gekommen mit dem Vorsatz es mir (nur) gut geh´n zu lassen, entspannende, ruhige Tage zu erleben und mir mit meinem Mann zusammen schöne Momente zu gestalten ... und wie immer kam es (vorerst) anders als erwartet. Weißt Du Peter, ich war ja jetzt schon öfters bei Dir gewesen und allmählich sollte ich es wohl kapiert haben, dass ich die Löcher in die ich falle mir immer selbst grabe?! Zu Hause war meine Löcher-Vermeidungs-Strategie im Kopf auch noch voll funktionsfähig, aber leider, leider gibt es immer noch die "roten Knöpfe", die unbewusst irgendjemand bei mir drückt und das zusammen mit meinen "wunden Punkten" und meinen (dann oft) nicht mehr ausbremsbaren emotionalen Reaktionen ... die "Katastrophen" folgen sofort ... Und was mir gerade dazu einfällt: Ja, Du hast mich die meiste Zeit "gestreichelt" und dafür bin ich Dir sehr, sehr dankbar, aber ohne deine "Kanonenkugeln", die mich in das produktivste meiner Gefühle bringen, meine Wut, wäre ich nicht so gut und unbeschadet wieder aus meinen Löchern herausgekommen. Und auch für deine Ratschläge, wie mit ehelichen Krisen umzugehen, nämlich erstmal eine Zeitlang bei sich selbst zu bleiben und zu spüren was es denn mit einem macht bevor man in die Konfrontation mit seinem Partner geht, dafür bin ich Dir unendlich dankbar, denn dadurch haben die nachfolgenden Gespräche auf einer, für beide Gesprächspartner besser zu ertragenden Ebene, stattgefunden. Das Alles hat stark in mir gearbeitet, arbeitet auch jetzt noch ... Passend dazu hatte ich noch auf der Rückfahrt nach Hause ein "aufrüttelndes" und nachdenklich stimmendes Erlebnis mit meinem Mann: Wir waren in einem Ort, der an einem Hang gebaut war ganz oben und beim runtergehen, habe ich beschlossen, dass mir der gemeinsame Weg nicht gefällt und bin in einen anderen Weg abgebogen und mein Mann ist seinen Weg weitergegangen. Als Treffpunkt hatten wir uns den Hafen ausgemacht. Als ich ein Stück alleine gegangen war, hat mir der Weg nicht gefallen und mir ist eingefallen, dass der Hafen viel zu groß ist um einander dort zu finden und ich bin umgekehrt um meinem Mann zu folgen mit dem Gedanken, dass er ja da wo sein Weg unten endet auch stehen muss. Dann kam die erste Wegkreuzung, das hat mich verunsichert und dann die nächste und ich musste mich jedes Mal für meinen Weg neu entscheiden ... Unten angekommen war mein Mann nicht da. Er hatte sich ähnliche Gedanken gemacht wie ich und dort auf mich gewartet wo ich eigentlich hätte am Hafen ankommen müssen. Und somit haben wir uns verfehlt oder wie es im Leben oft ist: aneindervorbeigelebt. Gelernt daraus habe ich Folgendes: Ein gemeinsamens Leben ohne ein gemeinsames Ziel geht nicht. Und miteinander "zu wandern" ohne die Wege des Anderen zu kennen geht ebensowenig. Ein gemeinsames Ziel haben wir jetzt gefunden - das Seminar hat uns Klarheit gebracht: zusammen glücklich alt zu werden ... jetzt müssen wir nur noch die Wege des Anderen kennen und verstehen lernen ... Und darum lieber Peter, trotz Kanonenkugel(n), komme ich wieder zu Dir und deinen Seminaren ... Danke, dass Du (wie immer) gut für mich gesorgt hast! Danke für´s "Streicheln", für deine Ehrlichkeit, deine Achtsamkeit, dein Einfühlungsvermögen. Danke für dieses für mich "seltsame" und doch so wichtige Seminar!! Liebe Freunde im Herzen, hier noch ein Text von Paulo Coelho aus dem Buch Unterwegs: Ein alter chinesischer Weiser wanderte über ein schneebedecktes Feld, als er auf eine weinende Frau traf. "Warum weinst du?" fragte er. "Weil ich über mein Leben, meine Jugend, meine Schönheit, die ich im Spiegel sah, und die Männer, die ich geliebt habe, nachdenke. Gott ist grausam, der mir die Fähigkeit zu erinnern gegeben hat. Er wusste, dass ich mich an den Frühling meines Lebens erinnern und weinen würde." Der Weise stand auf dem schneebedeckten Feld und starrte auf einen festen Punkt. Irgendwann hörte die Frau auf zu weinen. "Was siehst du dort?" fragte sie. "Ein Feld voller Rosen"; antwortetet der Weise. "Gott war großzügüg, als er mir die Fähigkeit zu erinnern gab. Er wusste, dass ich mich im Winter immer an den Frühling erinnern - und dann lächeln könnte." Ich bin dankbar für die Zeit auf Capannacce, die Zeit mit Euch zusammen, und mein Herz wird lächeln, wenn ich mich daran erinnere ... Ich umarme Euch liebevoll in Gedanken, Heike
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