Gästebuch
Liebe Eva, lieber Peter,
tief bewegt und dankbar kehre ich vom letzten Seminar "Tantrische Massage" nach Hause. Ich bin sehr beeindruckt von eurer Arbeit. Und dies in zweierlei Hinsicht: Zum einen habe ich schon viele Wochen in (zumeist tantrischen) Gruppenräumen verbracht, zum anderen bin ich selber beruflich im Bereich Gruppenleitung tätig.
Jedes Tantrainstitut hat ja so seine Besonderheiten, Schwerpunkte und Pluspunkte (ich machte auch noch nie wirklich schlechte Erfahrungen); bei euch finde ich zum ersten Mal eine harmonische Symphonie all dieser Potenziale wieder. Ich will das an einigen Beispielen beleuchten, die mir aufgefallen sind:
Ihr kommt völlig natürlich rüber. Nichts hat den Anschein von inszeniert. Es ist so, wie es ist. Ich habe z.B. noch nie Gruppenleiter erlebt, die explizit ihre Teilnehmer ermuntert haben, während des Tanzens nach den Musiktiteln zu fragen!! Wer’s wissen will, ist willkommen, punkt.
Dabei wurde die Atmosphäre nie hemdsärmelig: Der Raum blieb für mich voller Achtsamkeit und Respekt, eben ein heilender und auch heiliger Raum, ohne dass dieses Etikett verbal (über-) strapaziert wurde.
Nicht nur eure sprachliche Deko ist wohltuend und bescheiden, auch der Raum bleibt ohne überladenen Schnickschnack, alles, was da ist passt so, wie es ist (die schönen roten Betttücher waren doch von euch und nicht vom Haus, oder?).
Auch das Thema Entkleiden finde ich sehr natürlich eingebunden: Weder ein Ausklammern, wie das viele tun, noch etwas forciertes unter Zuhilfenahme der ritualisierten Gruppendynamik. Ihr ladet ein, und gut so. Gerade und auch bei den Demos: Da sind keine besonderen Sitzordnungen vorgeschrieben (Männer erst in die zweite Reihe oder so); im Gegenteil: Ihr empfehlt, näher zu kommen und ganz nah dabei zu sein. Und das heilt meine (als Junge 100-fach weggeschickte) Männerseele.
Selbst ich, als notorischer Besserwisser, konnte mich euch hingeben und von eurer natürlichen Autorität natürlich tragen lassen; was Ihr sagt, hat Hand und Fuß, kommt authentisch rüber; nichts muss geglaubt oder sonst wie übernommen werden, nur weil der Inhalt besonders salbungsvoll verpackt wurde. Esoterische Apodigmen (so ist das.) sind euch wohltuend fremd. In punkto Selbsterfahrung wirkt ihr bewusst und souverän; zu keinem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl, eine Entwicklung stellvertretend für die Gruppenleiter absolvieren zu müssen.
Für mich persönlich sehr wertvoll und aus meiner Sicht hoch professionell sind eure Vorwegnahmen genau der Erfahrungen, die ein Teilnehmer als "Versagen" (miss-)interpretieren könnte. Diese Integration wirkt wohltuend und bringt paradoxerweise Klarheit, die jedem Abgleiten ins Beliebige sicher vorbeugt. Ihr versteht es Motivation zu wecken und am Thema dranzubleiben. Wer zum Perfektionismus neigt, wird auch tantrische Rituale dazu instrumentalisieren tun und genau hier gebt ihr eine gute Hilfestellung.
Eure Behutsamkeit wirkt weder bevormundend noch scheint sie eigenen Hemmungen oder Unnahbarkeiten als Leiter geschuldet zu sein. Ich erlebe sie wohl dosiert ohne Übertreibung ins Glucken und Pampern hinein.
Das einzige, wo ich mir eine Verbesserung wünschen würde (und da habe ich lange suchen müssen), ist eine reine Marginalie, hat also nichts mit der inhaltlichen Arbeit zu tun: Ein wenig mehr Stringenz bei der Einhaltung der Seminarzeiten nach den Pausen hätte mir gut getan; nach dem Motto: Warum soll ich pünktlich sein, wenn die anderen auch zu spät kommen?
Kurz und knapp: Wenn überhaupt irgendwer dem Anspruch "Tantra für den Alltag" gerecht wird, dann Ihr!
Alles Gute euch beiden
einen festen Drücker
Lieber Gruß, Walter
